Nachricht
  • 05
  • Jan
  • 2013
Man sollte sich aber über die gemeinsamen Werte in Europa Gedanken machen. //

Der Euro ist die Lösung, nicht das Problem!

Es wur­de und wird viel über die Zukunft des Euro dis­ku­tiert, doch wur­de das Feld mehr den “Wut­öko­no­men” und ihren “Alles­wis­sern” über­las­sen. Von lau­ter Wut und Halb­infor­ma­ti­on wird so man­ches als Defekt des Euro bzw. der unzu­rei­chen­den Leis­tungs­fä­hig­keit und Reform­be­reit­schaft der “Süd­län­der” ange­se­hen, was in Wirk­lich­keit die Fol­ge eines welt­wirt­schaft­li­chen Erd­be­bens ist.

 

Getreu dem Moto unse­rer Zeit - man sieht zwar über­all hin, aber nir­gends hin­ein - wird kaum das Pro­blem erkannt, dass die Wirt­schaft nicht mehr nach­hal­tig wach­sen kann, wenn die Ein­kom­mens­ver­tei­lung unge­rech­ter wird! Mit ande­ren Wor­ten, die Spal­tung der Gesell­schaft bedroht unse­re Zukunft, wie der Nobel­preis­trä­ger Joseph Stiglitz in sei­nem Buch schreibt. Ja, die hohen Staats­de­fi­zi­te sind in wei­te­rer Fol­ge nichts ande­res als die feh­len­de Kauf­kraft der vom Wirt­schafts­wachs­tum abge­kop­pel­ten Arbeit­neh­mer. Davor ver­schließt man ger­ne die Augen, nicht zuletzt weil man immer noch meint, mit einer D-Mark wäre das alles bes­ser. In den Köp­fen vie­ler Bür­ger hält sich die Über­zeu­gung fest, dass der Euro nur Nach­tei­le gebracht hat und dass man “die Zahl­meis­ter der Uni­on” wäre, die für die Ver­feh­lun­gen “ande­rer” auf­zu­kom­men hätten.

Alle Betei­lig­ten, auch Grie­chen­land, wie auch Deutsch­land und die EZB, haben auf ihre Wei­se zum Aus­bruch der Kri­se bei­getra­gen. Und dann kam­men die Finanz­jon­gleu­re dazu, die in Euro­pa wie in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten auch einen gro­ßen Flur­scha­den ange­rich­tet haben. Seit 2010 sind alle tap­fer bemüht, ihre Staats­haus­hal­te zu kon­so­li­die­ren und Struk­tur­re­for­men anzu­ge­hen. Wenn die Erfol­ge nicht sicht­bar sind, liegt das nicht zuletzt an dem Wirt­schafts­ein­bruch, der von den rigi­den Spar­pro­gram­men aus­ge­löst wur­de. Man kann sich in Grie­chen­land, mit einer gewis­sen “Bestra­fungs­lust”, noch grö­ße­re Anstren­gun­gen vor­stel­len, aber es kommt auf die Per­spek­ti­ve an. Es ist nicht nur unfair und ein­sei­tig, die gan­zen Bemü­hun­gen als “halb­lee­res Glas” dar­zu­stel­len, wo man sie durch­aus als “halb­vol­les Glas” und so einer­seits Ver­ständ­nis in der Bevöl­ke­rung und Soli­da­ri­tät für die ande­ren ver­mit­teln könnte.

 

Eine grund­le­gen­de Reform der Wäh­rungs­uni­on ist unum­gäng­lich.  Ob dies gelin­gen kann, ist eine ande­re Fra­ge. Poli­ti­ker, die bereit waren, das aus ihrer Sicht Not­wen­di­ge zu tun - auch wenn es unpo­pu­lär war und wohl wis­send, dass sich das für die Wie­der­wahl­chan­cen nach­tei­lig aus­wir­ken wür­de -, sind eher die Aus­nah­me geworden.

 

Die Kri­se hat offen­bart, wie schwach die Archi­tek­tur der Euro­zo­ne in Wahr­heit ist. Und gleich­zei­tig, dass man sich aber auch über die gemein­sa­men Wer­te in Euro­pa Gedan­ken machen muss. Denn Euro­pa ist mehr als der Euro, un der ist für sich nicht das Pro­blem, son­dern die Lösung.

5. JAN 13 // Dimi­tri­os Margonis

Kommentare
  • 23
  • May
  • 2020
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  • Josip Juratovic, MdB
    „Europa ist mehr als Euro-Rettung!“ heißt ein Artikel von mir, kürzlich veröffentlicht in der Berliner Republik. In den Zeiten der Eurokrise ist es wichtig, sich zu erinnern, dass wir Europäer nicht nur eine Wirtschaftsgemeinschaft, sondern vor allem eine Wertegemeinschaft sind.Und dieses Gefühl einer gelebten Wertegemeinschaft muss gepflegt werden und den Gegenpol bilden zu den Schwierigkeiten, die uns derzeit die Wirtschaftskrise auferlegt. Wir müssen aber auch für mehr soziale Sicherheit und gute Beschäftigung sorgen, damit die Europäische Union weiterhin eine Erfolgsgeschichte bleiben kann.
    13 December 2012
  • Katharina Stemberger & Fabian Eder
    Veranstaltungen wie die Eure sind von unschätzbarem Wert, weil sie uns zusammenbringen und die Gesprächskultur fördern, das Interesse aneinander stärken und zum gegenseitigen Verstehen beitragen. Neben der Freude über die vielen Besucher und die angeregten Gespräche, die uns gezeigt haben, dass es ein Europa der Menschen keine Utopie ist, haben wir vor allem die Erkenntnis mit nach Hause genommen, dass man unterschiedliche Standpunkte und Meinungen nicht als einander auszuschließende Hindernisse fürchten muss, sondern vielmehr als bereichernde Vielfalt sehen darf. Dafür wollen wir ganz herzlich „Danke“ sagen und wünschen Euch noch viele solcher Veranstaltungen und Diskussionen!
    19 November 2012
  • Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär
    Eine konstruktive Gesprächskultur zwischen Deutschland und Griechenland entwickelt sich. Wer einen Beitrag leisten kann, soll dies tun. Es ist im Sinne eines Europas des Miteinanders - eines stabilen Europas mit vielen Chancen für seine Menschen. Das Kleine, was du tust ist viel - hat Albert Schweitzer gesagt.
    29 October 2012
  • Anni Podimata, Vice-President of the European Parliament
    Η αλλαγή του κλίματος για την πατρίδα μας στη Γερμανία είναι πραγματικά το ζητούμενο και σας συγχαίρω για την πρωτοβουλία σας να προβάλλετε το συγκεκριμένο ντοκιμαντέρ για την "άλλη", τη δημιουργική, πλευρά της Ελλάδας.
    29 October 2012
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Wenn wir was wollen, dann die Menschen wach­rütteln, die hinter die Dinge sehen möchten. Respekt und Würde im zwischen­mensch­lichen Mit­einander stärken und eine darauf basier­ende Diskussions­kultur anregen. Denn Fremde sind Freunde, die man noch nicht kennt.